Blog 2011-20142018-02-18T14:58:31+01:00

Wie das Römische Reich am Sozialismus zerbrach

Im antiken Römischen Reich wurden dessen Bewohner zu Recht für den hohen Lebensstandard beneidet, der sich zum Beispiel an der fortschrittlichen Strasseninfrastruktur oder der Wasserversorgung widerspiegelte.
Historiker sind der Ansicht, dass zwischen dem Ende der Republik und den Anfängen des Römischen Imperiums eine so starke wirtschaftliche Entwicklung stattfand, wie sie erst wieder im 18. Jahrhundert in Europa beobachtet werden konnte. Es stellt sich nun die Frage, wie die florierende Wirtschaft der Antike zustande kam und weshalb das Römische Reich schlussendlich zusammenbrach.

Wenn wir uns an den Geschichtsunterricht in der Schule erinnern, kommen uns wahrscheinlich die Einfälle der Barbaren als Hauptursache für den Untergang des Römischen Reichs in den Sinn. Dies kann jedoch nicht der Wahrheit entsprechen, da die Barbaren seit jeher versuchten, Rom einzunehmen und immer kläglich scheiterten. Aus militärischer Sicht waren die Truppen der Barbaren des 4. und 5. Jahrhunderts in keiner Weise stärker als die besiegten Truppen der früheren Jahrhunderte. Viele Germanen wollten sich sogar in Rom integrieren um ihren Wohlstand zu erhöhen.

Was war also die Ursache für den Zusammenbruch dieser antiken Zivilisation, welche von einer hohen Arbeitsteilung und interregionalem Handel geprägt war?

Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass das Römische Reich als Konsequenz des Sozialismus zusammengefallen ist.

Es war der Wohlfahrtsstaat, welcher die prosperierende Marktwirtschaft in Rom zusammenbrechen liess. Das Motto der Regierenden lautete „panem et circenses“, also Brot und Spiele für alle. Es wurden merhmals in der Woche Spiele veranstaltet, um die breite Bevölkerung zufriedenzustellen und Brot wurde täglich durch die „Annona“,eine Regierungsorganisation,welche für die Verteilung des Brotes zuständig war, fast gratis an die Bewohner abgegeben.
Nun hatte die fast kostenlose Abgabe von Brot durch den Staat dazu geführt, dass die Bauern ihre Produkte nicht mehr gewinnbringend verkaufen konnten. Sie waren natürlich nicht in der Lage mit kostenlosem Brot zu konkurrieren. Dies hatte den Effekt, dass immer mehr Bauern ihr Land verliessen und nach Rom zogen um selbst von der Wohlfahrt zu profitieren. So erstaunt es nicht, dass die Bevölkerungszahl in Rom stetig zunahm und bald eine Million Menschen in der Stadt lebten. Dieses Bevölkerungswachstum hatte natürlich zur Folge, dass immer mehr Geld nötig war, um den Wohlfahrtsstaat zu finanzieren, doch die Staatskassen waren leer.

Den Kaisern erschien es als einfachste Lösung, die Währung zu entwerten. Sie vermehrten die Geldmenge (Inflation) , indem sie den Goldgehalt der Münzen senkten, um die stetig steigenden Staatsausgaben zu finanzieren.
Doch die Inflationierung der Währung zeigte keine Wirkung ausser, dass eine massive Preisteuerung einsetzte, besonders bei Nahrungsmitteln, was die kostenlose Verteilung von Nahrung natürlich noch schwieriger gestaltete.
So kamen die Regierenden im 3. Jahrhundert auf die Idee, staatliche Höchstpreise einzuführen. Nun ist es offensichtlich, dass ein solch massiver Eingriff in den Markt Konsequenzen zur Folge hatte. Einerseits sank die Produktion von landwirtschaftlichen Produkten massiv, da die Produktion für die Bauern schlichtweg unrentabel war.
Andererseits stieg die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten, aufgrund der staatlich diktierten Tiefstpreise, stark an.
Als die Regierenden sahen, dass immer mehr Bauern ihr Land verliessen, um in die Stadt zu ziehen, versuchten sie wie immer die Symptome und nicht die Ursachen zu bekämpfen, indem ein Dekret erlassen wurde, wonach es den Bauern nicht mehr gestattet war, ihr Land zu verlassen.

Je strenger die Höchstpreise durchgesetzt wurden, um so schwieriger wurde die Situation für die Stadtbevölkerung, welche auf den Kauf von Nahrungsmitteln angewiesen war. Doch der Handel mit Weizen und anderen Nahrungsmitteln verschwand fast vollständig, sodass viele Bewohner Roms auf das Land zogen und versuchten, selber Weizen anzubauen.
Gleichzeitig hörten die Grossgrundbesitzer auf, Überschüsse an Weizen,etc. zu produzieren, da der Handel aufgrund der Höchstpreise unrentabel war. Da sie ohne die Gewinne aus dem Weizenhandel auch kein Geld für den Kauf von kunsthandwerklichen Waren hatten, widmeten sie sich der eigenen Produktion dieser Waren.
Die Bürger, welche aus der Stadt geflohen waren, sahen sich nun häufig dazu gezwungen, von einem Grossgrundbesitzer (patronus) ein Stück Land zu pachten, um nicht zu verhungern. Die rechtliche Stellung dieser Arbeiter (coloni) wurde immer schlechter, so dass sie im 4. Jahrhundert faktisch als Eigentum des Grundherren betrachtet wurden.

Was also am Höhepunkt des Römischen Reichs ein bestens vernetzter internationaler Markt war, verwandelte sich Schritt für Schritt in eine Autarkie, in ein Feudalsystem.
Die florierende Wirtschaft und der damit verbundene Wohlstand zerfiel als Konsequenz des Wohlfahrtsstaats, der Inflation und der interventionistischen Politik.

Die eingangs erwähnten Barbaren besetzten also lediglich die Überreste der einstigen Wirtschaftsmetropole der Antike, denn den Bürgern von Rom war es mittlerweile lieber, Sklaven der Barbaren zu sein, als unter dem steuerlichen und interventionistischen Druck der römischen Kaiser zu stehen.

Wie sähe heute unsere Welt wohl aus, wenn das prosperierende liberale System der Marktwirtschaft im Römischen Reich nicht aufgrund des Sozialismus zusammengebrochen wäre?

Vielleicht gäbe es schon Linienflüge zum Mond.
Es bleibt festzustellen, dass die Geschichte nicht immer mit wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Fortschritt einhergeht. Die Menschheit kann auch Rückschritte machen, wie der soeben beschriebene Fall zeigt.

Um Ludwig von Mises zu zitieren:“ Die Zivilisation der Antike verschwand aufgrund der Unfähigkeit, ihre moralischen Vorstellungen und ihr Rechtssystem an die Anforderungen der Marktwirtschaft

Julian Stella

Quellen:

http://www.anarcocapitalista.com/textos/La%20Economia%20del%20Alto%20Imperio%20Romano.pdf

http://library.mises.org/books/Ludwig%20von%20Mises/Human%20Action.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Kolonat_(Recht)

16. Februar 2014

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Persönliche Freiheit steht über Sicherheit!

Viel wurde in den vergangen Wochen und Monaten über die Spitzelaffäre der NSA in den USA berichtet. Ich möchte in diesem Blogbeitrag auf die Beziehung zwischen Freiheit und Sicherheit eingehen.

Seit Edward Snowden die ersten Details über die NSA-Affäre veröffentlicht hat, ist das Thema in den Medien präsent. Allerdings ist es erstaunlich, wie neutral und emotionslos die Reaktionen auf diese Enthüllungen ausfallen. Statt sich über diese Bespitzelung zu enervieren, scheint diese Problematik relativ spurlos am Mainstream vorbeizugehen. Es ist eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem Eingriff in die Privatsphäre zu erkennen. Gerade in solch schwierigen Zeiten muss es unsere Aufgabe sein, diese Missstände anzupragern und den immer weiter um sich greifenden Staatseingriffen entgegenzutreten. Umso mehr, als auch hierzulande eine ähnliche Richtung eingeschlagen wird. So findet z.B. Nationalrätin Doris Fiala im Politblog des Tagesanzeigers vom 24. April 2013, dass eine Überarbeitung des ND-Gesetzes zwingend nötig sei. Im Blog ist ebenfalls ein Bedauern festzustellen über die fehlende gesetzliche Kompetenz des ND zur Überwachung von Telefongesprächen, Mailverkehr und Internetkontakten. Diese Ansichten der vorwiegend älteren Generation erstaunen insbesondere, da diese ja selbst mitbekommen hat, was es heisst, vom Staat kontrolliert zu werden. Sie haben die Fichenaffäre miterlebt, gesehen wie die Stasi ihre Bürger bespitzelt hat und dennoch fordert einen Grossteil dieser Generation eine stärkere Überwachung.

In persönlichen Gesprächen ist immer wieder festzustellen, dass die Befürworter solcher Massnahmen die Sicherheit über die persönliche Freiheit setzen und deshalb staatliche Eingriffe zur Förderung der Sicherheit billigen. Übrigens wurde mit der gleichen Argumentation auch für den Beitritt zum geänderten Hooligan-Konkordat geworben. Es ist also eine in mehrerer Hinsicht aktuelle Problematik. Dies ist aber eine sehr gefährliche Argumentation. Aus liberaler Sicht ist sie schlicht nicht nachvollziehbar. Erstens muss man sich vergegenwärtigen, dass es eine absolute Sicherheit niemals geben wird. Daher ziehen Eingriffe in die persönliche Freiheit zugunsten der Sicherheit immer weitere einschneidendere Massnahmen nach sich, bis zuletzt der freie Bürger vollständig zur Farce verkommt. Zweitens steht in einer liberalen Gesellschaft das Individuum im Zentrum. Es soll durch spontane Interaktion mit anderen Individuen die bestmögliche Lösung für seine persönlichen Präferenzen finden. Hier wird dieser zentrale Grundpfeiler aber massiv angegriffen. Es ist keine konsequente Haltung, für wirtschaftliche Freiheit einzutreten, aber bei sicherheitspolitischen Überlegungen staatliche Eingriffe zu fordern. Sicherheit ist ein Gut wie jedes andere und soll sich auch entsprechend auf dem Markt behaupten müssen. Wäre dem nicht so, könnte der Sozialist mit der gleichen Argumentation jegliche staatlichen Eingriffe rechtfertigen. Z.b. kann er nun darlegen, dass Gesundheit ein ebenso spezielles Gut sei und daher kein Alkohol mehr verkauft werden darf. In beiden Situation handelt es sich um subjektive Einschätzungen über die Wichtigkeit von Sicherheit resp. Gesundheit. Aufgrund dieser subjektiven Einschätzungen aber die persönliche Freiheit von allen einzuschränken, ist falsch. Auch wenn die Beweggründe für solche Massnahmen ehrenhaft erscheinen, sind berechtigte Zweifel angebracht, dass die grössere Kompetenz missbraucht wird.

Es muss also wieder vermehrt die Aufgabe des Jungfreisinns sein, dieser Bestrebung der Einschränkung der persönlichen Freiheit entegenzutreten und argumentativ darzulegen, dass Freiheit unser wichtigstes Gut ist. Nur so kann ein freier Mensch für sich selbst bestimmen, was seine eigenen Präferenzen in den verschiedenen Bereichen sind.

Nicolas Camenzind

Vizepräsident

24. August 2013

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Sachpolitik am Beispiel der GSoA-Initiative

An der Mitgliederversammlung der Jungfreisinnigen des Kantons Zürich letzte Woche wurden unter anderem die Parolen für die kommenden Abstimmungen gefasst. Besonders zu reden gab dabei die von der GSoA lancierte Initiative zur Abschaffung der Wehrpflicht. Auch die Medien sind in den letzten Tagen wieder vermehrt auf dieses Thema aufmerksam geworden, nachdem sich mit dem Komitee “Bürgerliche gegen die Wehrpflicht” argumentativ bestens gewappnete Befürworter der Vorlage zu Wort gemeldet haben, die nicht dem linken Lager angehören.

Nun kann man über die Initiative denken, was man will und es soll an dieser Stelle auch gar nicht darum gehen, sie inhaltlich zu beurteilen. Vielmehr möchte ich auf einen Einwand eingehen, den ich nun bereits mehrfach gehört oder gelesen habe. Sinngemäss besagt er, dass man ja aus bürgerlicher und liberaler Sicht durchaus Zweifel an der Institution der Wehrpflicht äussern könne, aber dass man der Initiative auf gar keinen Fall zustimmen dürfe, weil sie eben von der GSoA stamme.

Diese Ansicht befremdet. Der Wortlaut der Initiative ist glasklar und es ist im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen der Vorlage völlig unerheblich, von wem sie stammt. Entscheidend ist einzig, was im Initiativtext geschrieben steht. Gerade Parteien, die sich sonst unentwegt zu einer lösungsorientierten Sachpolitik bekennen und bisweilen eine beachtliche geistige Flexibilität bei der Auslegung ihrer Grundsätze oder Positionspapiere an den Tag legen, sollten hier über den Tellerrand schauen und ihre Ablehnung einer Idee nicht von deren Absender abhängig machen. Wer handkehrum einer Abschaffung der Wehrpflicht Sympathien entgegenbringt, sollte sich nicht davon abhalten lassen, ein “Ja” einzulegen, nur weil die GSoA hinter dem Ansinnen steht.

Manche behaupten, man setze ein falsches Signal, wenn man als Vertreter einer bürgerlichen Politik einer Initiative der GSoA zustimme. Man bekenne sich damit implizit zu der von der Gruppierung offen geforderten Abschaffung der Armee. Auch dieser Einwand kann leicht entkräftet werden: Man kann auch offen für ein Anliegen sein, ohne die restlichen Ansichten zu teilen. Echte und konsequente Sachpolitik beinhaltet, ja bedingt diese Flexibilität. Man setzt im Gegenteil ein sehr positives Signal, wenn man solche ideologischen Barrieren aufhebt.

Andreas Puccio

15. Juli 2013

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