Blog 2011-20142018-02-18T14:58:31+01:00

Che Guevara, ein wahrer Freiheitskämpfer

Bei keiner anderen grossen Persönlichkeit der Weltgeschichte hat sich die Verklärung seiner Ideen und Taten so weit von der Wirklichkeit entfernt. Die romantische Vorstellung des nach sozialer Gerechtigkeit strebenden Humanisten, der nichts für sich selbst wollte und aus Liebe zur Menschheit alles Materielle opferte, ist wohl der Grund für den (in linken Kreisen) immer noch anhaltenden Kult um Che Guevara.

Beginnen wir mit einem Eintrag aus seinem Tagebuch, den er nach seiner Motorrad-Tour durch Südamerika verfasste. „Ich werde für das Volk kämpfen und weiss, () dass ich () die Barrikaden und Schützengräben mit dem Geheul eines Besessenen stürmen, meine Waffen in Blut tauchen und rasend vor Wut jedem Besiegten den Hals durchschneiden werde.“

Es dauerte noch einige Jahre bis auf diese Worte, im Zuge der Kubanischen Revolution, Taten folgten.

Im Guerillakampf, so wird berichtet, scharte „Che“ gerne sehr junge Soldaten (Kindersoldaten) um sich, weil sie seiner Meinung nach „verrückter und abenteuerlustiger als ältere waren und nicht lange nachdachten.“ Bei Deserteuren oder Kämpfern, die von ihm der Spionage bezichtigt wurden, zögerte Che Guevara nicht und schoss ihnen in den Kopf. So drängte er sich beispielsweise in der Sierra Maestra vor, als es einen Verräter unter den Guerillakämpfern zu exekutieren galt. Eigentlich hatte Fidel Castro einem anderen Soldaten den Schiessbefehl erteilt, doch der entschlossene „Che“ zückte seinen Revolver und erschoss ihn. Auch erzählt er in seinem Tagebuch, wie er nach der Eroberung der Stadt Santa Clara zwölf Polizisten exekutieren liess. Wie er 1964 vor der Uno-Versammlung bestätigte, waren Erschiessungen „eine Notwendigkeit für das kubanische Volk.“

Als am 1. Januar 1959 der Diktator Fulgencio Batista aus Kuba flüchtete, übernahm Fidel Castro die Kontrolle über Kuba, unter dem Ernesto Guevara ein wichtiges Mitglied der Regierung wurde. In Gerichtsverfahren, welche keinerlei menschenrechtlichen Mindeststandards entsprachen, befahl Guevara als Ankläger offiziell 217 Exekutionen. Ein ehemaliger Angehöriger des Tribunals La Cabaña geht jedoch von 400 Toten aus. Kubanische Oppositionelle sprechen von über 2000 Toten. Der Chef-Ankläger Guevara hatte sichtlich Spass an den Exekutionen, er führte diese oft sogar selbst durch. Von seinem Büro aus beobachtete er alle durchgeführten Hinrichtungen. Auch erzählt der Geistliche des Tribunals La Cabaña, dass Che sogar bei Exekutionen von Kindern erbarmungslos war. Soziale Gerechtigkeit?

Als Industrieminister und Notenbankchef verfolgte er eine kommunistische Wirtschaftspolitik, wodurch viele US-amerikanische Betriebe verstaatlicht wurden und die Rationierung eingeführt wurde. Es wurden planwirtschaftliche Agrarreformen durchgeführt, welche unter dem Vorwand der wirtschaftlichen Diversifikation die Landwirtschaftszonen extrem verkleinerten und viele Arbeitskräfte in andere Branchen (z.B. Industrie) verlagerten, woraufhin sich die Ernte auf die Hälfte reduzierte.

Im Jahre 1963 gab die revolutionäre Regierung die Industriebranche wieder auf und akzeptierte ihre Rolle als sowjetischen Zulieferer für Zucker. Im Gegenzug bekamen sie Öl, das wiederum an andere Staaten verkauft wurde. Es sei nebenbei bemerkt, dass Kuba in den nächsten drei Jahrzehnten nur durch enorme finanzielle Unterstützung (65-100 Mia. Dollar) durch die Sowjetunion überleben konnte. Zu Recht wurde Che Guevara, welcher in seiner Position als Notenbankchef Banknoten mit der Unterschrift „Che“ drucken liess, von seinem Assistenten Ernesto Betancourt scharf kritisiert: „Ich habe in Che eine absolute Ignoranz gegenüber den einfachsten Prinzipien der Wirtschaft  gefunden.“

Diese wirtschaftliche Unwissenheit wird auch an seinen volkswirtschaftlichen Prognosen für Kuba sichtbar, in denen er von einem zehnprozentigen Wirtschaftswachstum spricht.

1960 gründete Guevara das erste Arbeitslager bzw. Konzentrationslager in La Guanahacabibes für Menschen, die „kleinere oder grössere Vergehen gegen die revolutionäre Moral begangen hatten“ Seinen Mitarbeitern drohte er mit der Verlegung in das Arbeitslager wenn sie nicht folgten. Es wurden nicht nur Regimegegner in solche Lager gesteckt, sondern auch Andersgläubige und Homosexuelle. Diese wurden gefoltert und zu schwerer Arbeit gezwungen.

1965 wurden homosexuelle Künstler wie auch Rock’n Roll und Jazz zensiert und homosexuelle Staatsangestellte entlassen und in Arbeitslager gebracht, wo sie gefoltert wurden oder Selbstmord begingen. Soziale Gerechtigkeit?

1962 befand sich Ernesto Guevara in Moskau, wo er zum Entschluss beigetragen hatte, sowjetische Raketen mit nuklearen Sprengköpfen auf Kuba zu positionieren. Diese Aktion war bekanntermassen der Anfang der Kuba-Krise, welche fast einen Atomkrieg verursacht hätte.

Guevaras Biografie zufolge (Philippe Gavi) prahlte er damit, dass „sein Land bereit ist, das Risiko eines Atomkriegs mit unabwägbaren Folgen einzugehen, nur um ein Prinzip zu verteidigen.“

Nachdem Khrushchev die Atomraketen von Kuba abzog, reagierte Guevara wütend und erzählte einem britischen Journalisten: „Wenn die Raketen auf Kuba geblieben wären, hätten wir sie alle benutzt und auf die grössten Städte der USA gerichtet, auch auf New York“

Zusammenfassend war Ernesto Guevara de la Serna also für Folgendes verantwortlich:

Errichtung von Arbeitslagern, Verfolgung und Folterung von Homosexuellen, Andersgläubigen und Rebellen, Gebrauch von Kindersoldaten, hunderte Exekutionen, Verbot von Rock’n Roll und Jazz, Armut aufgrund planwirtschaftlicher Wirtschaftsordnung, Sadismus, Befürwortung eines Atomkriegs, Verehrung von Stalin, et cetera.

Ich möchte den Artikel mit einem kurzen Abschnitt eines Interviews von Huber Matos beenden.

(Matos kämpfte am Anfang der Kubanischen Revolution mit Castro und Guevara für eine Demokratie. Als er jedoch merkte, dass sich Kuba in eine kommunistische Diktatur verwandelte, trat er aus und wurde von Castro wegen Hochverrats zu zwanzig Jahren Haft verurteilt.)

Sie waren ein “Comandante”, einer der obersten Führer der Revolution. Später aber haben Sie sich mehr und mehr von Guevara und Castro distanziert. Warum?

In unseren Schriften und Reden hatten wir dem Volk versprochen, die Diktatur Batistas zu beenden und die Demokratie wiederherzustellen, in der das Volk seine Souveränität wieder durch freie Wahlen und verschiedene politische Parteien ausüben kann. Aber dann kamen wir zur Macht und schleichend verwandelte sich Fidel Castro in einen Diktator, in einen mit den Kommunisten verbündeten Herrscher. Deshalb zog ich mich zurück.

Für viele ist Che aber immer noch ein Vorbild …

Er hat eine Spur von Verbrechen und Hass hinter sich gezogen. Er hat schreckliche Sachen in Kuba angerichtet, viele Menschen umgebracht und ungerechterweise hinrichten lassen. Nach einer Rede bei der UNO hat er erklärt: “Wir haben geschossen, wir schiessen, und wir werden weiter schiessen”. Er war eine Marionette von Fidel und Raul, aber er war auch ein Komplize, denn er hat ja zugestimmt und viele Verbrechen begangen. (…)“

Es war ein grosser Verrat am kubanischen Volk. Diejenigen, die auch heute noch an Fidels Revolution glauben, sind geistesschwach oder blind.

Julian Stella

Quellenangaben:

–       http://www.elindependent.org/articulos/article.asp?id=1535

–       http://ivorcasey.blogspot.ch/2011/09/che-guevara-anti-gay-icon.html

–       http://feuerbringer.com/2010/07/12/che-guevara-stalinist-und-massenmorder/

–       http://de.wikipedia.org/wiki/Che_Guevara#Politik_im_nachrevolution.C3.A4ren_Kuba

–       http://www.taz.de/!5721/

–       http://www.freitum.de/2010/07/mythos-che-guevara-kriegstreiber.html

–       http://michael-mannheimer.info/2012/08/18/die-grausamen-gotter-der-linken-che-guevara-massenmorder-folterer-menschenfeind/

–       http://www.fortliberty.org/che-guevara-revolutionary-jerk.html

–       http://www.welt.de/kultur/article2718714/Che-Guevara-wollte-die-Waffen-in-Blut-tauchen.html

–       http://www.welt.de/print-welt/article683461/Che-Guevara-ist-nicht-cool.html

–       http://www.welt.de/politik/article1240245/Die-Wahrheit-ueber-ein-Emblem-der-Moderne.html

–       http://www.welt.de/welt_print/article3529925/Der-echte-Che-Guevara.html

–       http://www.besser-wissen.ch/Klassen/kstEF/Kuba/Che%20Guevara_InterviewHuberMatos.pdf

22. Mai 2013

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Eigenverantwortung

Mit diesem Blogeintrag möchte ich gerne auf das Thema Eigenverantwortung eingehen. Ich denke, dass es sich hierbei um einen sehr wichtigen und zentralen Begriff handelt, der in letzter Zeit leider ein wenig in Vergessenheit geraten ist.

Definition: Als Eigenverantwortung oder auch Selbstverantwortung bezeichnet man die Möglichkeit, die Fähigkeit, die Bereitschaft und die Pflicht, für das eigene Handeln, Reden und Unterlassen Verantwortung zu tragen. Das bedeutet, dass man für die eigenen Taten einsteht und die Konsequenzen dafür trägt.

Eigenverantwortung kann man in vielen Bereichen im Leben einbringen. So kann beispielsweise der Müll korrekt sortiert werden oder die Zigarettenstümmel nicht auf dem Trottoir entsorgt werden. Beides führt automatisch zu einem Beitrag zur Umwelt ohne grossen Aufwand. Es sind nicht die grossen Handlungen, die die Welt verändern, sondern die Kleinen. Mit eigenverantwortlichem Handeln leistet man automatisch einen Beitrag für die Allgemeinheit.

In der Politik wiederspiegelt sich die fehlende Eigenverantwortung in vielerlei Hinsichten. Ein Beispiel ist die aktuelle Abstimmung zur Familienpolitik. Es kann nicht sein, dass der Staat für die Kinderbetreuung zuständig ist und für deren Unterbringung sorgen muss. Eltern, die sich bewusst für eine Familie aussprechen, sollten sich vorgängig auch bewusst machen, wie die Kinderbetreuung geregelt sein soll. Mir geht es nicht um die Situation ob eine Fremdbetreuung gut oder schlecht für das Kind ist, sondern darum, dass Eltern sich vorgängig Gedanken machen sollen und Eigenverantwortung für ihr Handeln selber tragen. Es ist auch in der heutigen Zeit nicht anders als früher, dass man nicht das Weggli und das 5 Rappenstück gleichzeitig haben kann.

Auch die aktuellen Diskussionen zur Minder Initiative und Gegenvorschlag sind auf fehlender Eigenverantwortung entstanden. Ein Mensch mit Verstand für sein Handeln nimmt sich nur soviel aus einer Firma, wie er wirklich verdient und ich glaube, da braucht es wenig Verstand um zu begreifen, dass 72 Millionen nicht gerechtfertigt sind, insbesondere wenn es sich um eine Aktiengesellschaft handelt. Auch ist es logisch, dass bei einem Verlust keine Bonusauszahlungen erfolgen sollten, insbesondere wenn keine Steuern bezahlt werden.

In den letzten Jahren sind viele neue Gesetzte auf dem Boden von fehlender Eigenverantwortung entstanden. Immer mehr Situationen sollen per Gesetz geregelt werden, wie beispielsweise Alkoholverbot in Stadien oder im Zug ab einer gewissen Uhrzeit, Velohelmobligatorium, Telefonverbot beim Autofahren etc…. Es kann nicht sein, dass aufgrund fehlender Eigenverantwortung einzelner ein neues Gesetz entsteht. Neue Gesetze führen automatisch zu mehr Bürokratie und Einengung des Individuums.

Eigenverantwortung ist etwas Wichtiges und sollte selbstverständlich sein. Eigenverantwortung stärkt das Selbstbewusstsein und führt zu einem guten Gefühl, was man beispielsweise sehr gut bei Kindern beobachten kann.

Ich bin überzogen, dass durch immer mehr Gesetzte ein Stück Eigenverantwortung abgebaut wird, da durch Vorschriften die Eigeninitiative, das Engagement, sowie das Denken eingeschränkt werden. Es führt zu einer passiven Denk- und Arbeitsweise.

Liberal denkende Menschen wie ich glauben an die Eigenverantwortung und wünschen sich, dass diese in Zukunft wieder verstärkt gefördert wird.

Nadja Galliker, Quästorin

20. März 2013

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Sorge tragen zur Verfassung

Ob Minder-Initiative, Baustopp für Zweitwohnungen oder Bauverbot für Minarette. Eine Gemeinsamkeit haben all diese Abstimmungen bewirkt. Man findet Bestimmungen in der schweizerischen Bundesverfassung, welche so in keinem anderen Grundgesetz der Welt zu finden sein werden. Die Ansätze mögen mitunter legitime Fragen aufwerfen und bilden Grundlage für wichtige Diskussionen im Alltag, ja erregen zum Teil Aufmerksamkeit weit über die Landesgrenzen hinaus. Dennoch ist die Tendenz zur parteipolitischen Instrumentalisierung des Initiativrechts beängstigend. Die Geschichte der Schweiz besteht aus einer liberalen, konsensorientierten Tradition. Parteipolitische Werbeaktionen in Form dieser Initiativen sehend zunehmend im Widerspruch dazu . Es darf nicht vergessen werden, dass ein Artikel, ist er einmal festgeschrieben, nicht mehr so einfach aus der Verfassung entfernt werden kann. Der dadurch reflektierte Zeitgeist kann ein sehr schlechtes Licht auf unsere Generation werfen. Das Initiativrecht wurde wohl kaum mit dem Hintergedanken eingeführt, dass Moralisten aus dem Unterland das Bestimmungsrecht der Bewohner der Bergkantone über den Bau von Ferienwohnungen in ihrer eigenen Gegend einschränken. Und wohl auch nicht, um Angehörige einer anderen Religionsgemeinschaft zu diskriminieren. Nicht nur als Liberaler sollte man sich immer sehr genau überlegen, was für Auswirkungen die Annahme eines Artikels auf das Gesellschaftsdenken hat. Wollen wir wirklich Neid und Missgunst durch die staatliche Regulierung von Löhnen fördern? Wollen wir wirklich dem Bund die zentrale Kompetenz ermöglichen, die Familie zu *fördern“? Wenn es mit dem inflationären Gebrauch der Volksinitiative so weiter geht, wie bis anhin: Wie wird unsere Verfassung erst in 20 bis 30 Jahren aussehen? Führt dies allenfalls sogar zu einer Demokratiemüdigkeit im Volk? Wird die bereits jetzt schon erkennbare Tendenz in unserem Parlament, Initiativen nur in abgeschwächter Form oder gar nicht mehr umzusetzen, verstärkt?
Dies soll nicht als Plädoyer für eine Abschaffung oder Einschränkung des Initiativrechts verstanden werden. Dazu ist dieses als direktdemokratisches Mittel ein viel zu wichtiger Bestandteil der Kultur unseres Landes. Die im Beitrag aufgeworfenen Fragen sollen allerdings zum Nachdenken über dieses wichtige Thema anregen.

20. März 2013

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